Umwelterkrankungen, Diagnosen und neue Behandlungswege

 

Umwelterkrankungen wie CFS (chronisches Müdigkeitssyndrom), MCS (multiple chemische Sensibilität), Polyneuropathie oder Fibromyalgie werden in der Spezialklinik Neukirchen durch ein integratives, ganzheitsmedizinisches Konzept behandelt. Die Forschung der letzten Jahre zeigt, dass Umweltgifte wie z. B. Holzschutzmittel, Autoabgase, Pestizide, Insektizide, Düngemittel, chemische Rückstände und Schwermetallionen aus dem Trinkwasser oder aus Amalgamfüllungen sowie Zusatzstoffe aus der Nahrung, wie Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Bindemittel, Aromastoffe und Geschmackskorrigenzien, deutliche Abweichungen im zellulären Energiestoffwechsel und in der körperlichen Immunreaktion, bis zu einer Blockade hervorrufen können. Daher ist die Identifizierung, der entsprechende Abbau und die Ausleitung dieser Umweltgifte von entscheidender Bedeutung für die Stoffwechselentlastung sowie die immunologische Entlastung.

Im Rahmen eines aufwendigen Diagnoseprogrammes werden zuerst durch eine Anamnese und gezielte immunologische Tests Symptomverursacher wie Epstein-Barr-Virus, eine Borrelieninfektion oder eine Autoimmunerkrankung ausgeschlossen. Es folgt eine aufwendige Untersuchung verschiedener belastender Umweltschadstoffe im Blut, Muttermilch oder Harn (GC-MS), die für Deutschland klinisch relevant sind. Hierzu gehört die Identifizierung wichtiger Organchlorverbindungen wie PCP, PCB´s, HCH bzw. Lindan, DDT, Hexachlorbenzol (und andere chemische Verbindungen), von Pyrethroidderivaten, Lösungsmitteln, Formaldehyd sowie von Fuselalkoholen, Methanol und organischen Quecksilberverbindungen (AAS).

Ebenfalls werden in unserem Umweltlabor elf relevante Schwermetalle, die meist in Dental- und Geschirrlegierung zu finden sind (Quecksilber, Zinn, Palladium, Gold, Silber, Kupfer, Blei, Kadmium, Nickel, Chrom) in Speichel, Harn und Muttermilch nach Mobilisationstest mit Chelatstoffen (metallbindende Verbindung) untersucht. Im Mittelpunkt des Diagnose- und Therapieprogrammes steht auch die Problematik der Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die heutzutage für viele überraschende Symptome wie Kopfschmerzen, Migräne, Hautausschläge aller Art und Darmprobleme, bis hin zur Atemnot verantwortlich sein können.

Man unterscheidet hier typische allergische Reaktionen gegen Nahrungsmittel, die mit einer Beteiligung des Immunsystems stattfinden und falsche allergische Reaktionen, die meist auf Zusatzstoffe aus der Nahrung (Natriumglutamat, biogene Amine aus Wurst, Bier, Käse, Schokolade, Rotwein sowie Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Verdickungsmittel usw.) zurückzuführen sind.

Intoleranzreaktionen gegen 30 bis 50 Lebensmittelallergene und Zusatzstoffe aus der Nahrung (Konservierungs-, Farb- und Aromastoffe, Emulgatoren, Geschmackskorrigentien, Metalle, biogene Amine, Gewürze u. a.) werden neben den wichtigsten physiologischen und pathogenenden (krankmachenden) Vertretern der Darmflora (Bakterien und Pilze) auch überprüft.

Dieses diagnostische Paket ist von großer Bedeutung, denn die Mehrzahl der Betroffenen leiden nachweislich unter kombinierten Schadstoffeinflüssen, die sich gegenseitig verstärken und damit die langjährigen immunschädigenden und nervenbelastenden Nebenwirkungen, verbunden mit Energieblockaden, Redoxverschiebungen und Produktion von Freien Radikalen und damit die schwierigen Krankheitszustände der Fibromyalgie-, MCS- und CFS-Patienten erklären lassen. Erst nach Auswertung dieser Befunde kann man die individuellen Therapiemaßnahmen einleiten.

In der Regel gehören zu dieser Strategie fünf Richtlinien:

    Der Ausgleich der festgestellten Defizite an Antioxidantien, Spurenelementen und Vitaminen mit Co-Enzym-Funktion (in Infusions- oder Kapselform)

    Die Verordnung entsprechender Ausleitungs- und Entgiftungsverfahren (Entfernung von Dentallegierungen bei nachgewiesener Belastung, Chelatstoffe, biologische Mittel zur Steigerung der I. und II. Detoxphase in der Leber, den Nieren und dem Nervensystem, Hyperthermieanwendungen, Darmspülungen, Toxinabsorbers, Probiotika zum Aufbau einer physiologischen Darmflora, Enzympräparate u. a.)

    Ein individueller hypoallergener und zusatzstofffreier Diätplan, der die festgestellten Intoleranzen, Defizite und Darmfloraabweichungen berücksichtigt.

    Ein komplexes psychologisches Betreuungsprogramm mit Einzel- und Gruppengesprächen, sowie Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Yoga, Biofeedback u. a.

    Ein vom Untersuchungsergebnis abhängiges Sanierungsprogramm für zu Hause, das die Entfernung verschiedener Emissionsquellen berücksichtigt: Holzschutzmittel, Spanplatten, imprägnierte Teppichböden und Tapeten, Ledermöbel bzw. -kleidung, Wasch- und Desinfektionsmittel, Berufsallergene, Metallgeschirr/-besteck u. a.

Durch die oben genannten Maßnahmen, unterstützt durch Kontrolluntersuchungen in der Nachbehandlungsphase, lassen sich die langjährigen Beschwerden der meisten Patienten positiv beeinflussen.